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Heumond (Strophe 1-3)

Lichttrunken liegt das Land; gleich Schiffen, die vor Anker
schwoien, traumerfüllt von ferner Strände Pracht,
schwirbelt der Sinn, besteigt die himmelsleiter, ranker
die lichten Höhen, schimmern der Fluß gleich einer Gracht,
die sich zu Ophirs goldumglänzten Häfen weitet;
wie Traumgespinst die Wolken über weite Fluchten schweben,
der Schwaden Gelb sich auf der Krume Ocker spreitet,
Felder, Auen, Wälder einen lichten Teppich weben,

der des Auges Sinn betört. Die lüfte flimmern
in des Mittags Hitze. Des Himmels Feuer tosen,
im Sonnenglast der Wälder dunkle Gründe schimmern,
verzaubert scheint die Welt in diesem funkelnd Glosen.
Traumerfüllt die Ernteleut' zu Mittag lehnen
a Kirchhofs rauher Mauer in der Schattung Kühle,
hinter der Krümme Au und Buschwerk hin sich dehnen
zum gleißenden Fluß, der schlangenhaft sich windet hin zur Mühle.

Es reift das Jahr, verzückt der Sinn, zu voller Glut
steigt auf das Taggestrin. In seinem Licht die Farben
prangen. Tosend die Sonnenkringel weiten sich zur Flut,
all' Welt und Himmel sprührn auf zu Feuergarben.
Mandorlen glühen auf der Welten weite Zinnen,
Heuet zaubert selbst aus einer Öd' des Gand
ein Fest des Lebens, frohgemut den Sinnen,
gebannt des Sterbens Düster, des Geistes Scheu vor allem Tand.

das land der toten dichter

der sehnsucht schrei - der wilden sonnen
brandmale entflammt in himmelsdomen unermeßlich fern,
orkanes brüllt, wut der stürme, ausgebrannter stern,
wo alles blut erstickt; zu eis geronnen

verharrt der wasser ungestüme kraft,
der winter düsternis hält dies gestirn umschlossen,
kein pollenflug, kein wurzelwerk, kein sprossen,
wo spreißend leben sich zum lichte drängt in vollem saft -

nur wüsteneien, trümmerstätten, wesenloses treiben
von sand in aufgerissener krater blöße, und steines schwären,
beugend finster sich in klagen, wenn fahl und hären
des mondes trüber schein verweht auf diesen aufgelassnen bleiben.

dies sind die stätten, wo der verfemten dichter schädel bleichen,
von stumpfen gleichmut hingebannt zu immerwährendem vergessen,
beim steinewälzen stirbt dann selbst skandierens stolz' vermessen,
und alles aufbegehr verfällt der menge öden reichen.

Pentekoste

Die Luft ist lind, in Blütenträumen schimmern die begrünten Weiten,
ein leises Wehen durchzieht der Kastanien lichten Grund,
in gleißend Wellne flirrt das Licht, über zarte Blattgeflechte gleiten
die Sonnenblitze hin, versinken in das Astgewirres tiefen Schlund.

Gärten und Parke gewanden sich in golddurchwirktem Farben,
in jedem Buschwerk tönet auf ein Tirili zu einem Frohlocken,
am Horizont gleißet das Licht in Strahlengarben,
durch Au und Feld erschallen Pfingstfest Glocken.

Jedoch die Augen, die in Trübnis blicken,
kann auch der hellste Tag nicht machen licht und weit,
gebannt in Düsternis wenden sie sich ab vom entzücken,

ihr Sinn ist blind, die Seele stumpf, zum Tod bereit -
jäh bricht herein eines Unwetters dumpfes Wüten,
zerschlägt der Blüten Pracht, zerstört der Erde schönes Kleid.

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