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Dienstag, 30. Juni 2015

Heumond (Strophe 1-3)

Lichttrunken liegt das Land; gleich Schiffen, die vor Anker
schwoien, traumerfüllt von ferner Strände Pracht,
schwirbelt der Sinn, besteigt die himmelsleiter, ranker
die lichten Höhen, schimmern der Fluß gleich einer Gracht,
die sich zu Ophirs goldumglänzten Häfen weitet;
wie Traumgespinst die Wolken über weite Fluchten schweben,
der Schwaden Gelb sich auf der Krume Ocker spreitet,
Felder, Auen, Wälder einen lichten Teppich weben,

der des Auges Sinn betört. Die lüfte flimmern
in des Mittags Hitze. Des Himmels Feuer tosen,
im Sonnenglast der Wälder dunkle Gründe schimmern,
verzaubert scheint die Welt in diesem funkelnd Glosen.
Traumerfüllt die Ernteleut' zu Mittag lehnen
a Kirchhofs rauher Mauer in der Schattung Kühle,
hinter der Krümme Au und Buschwerk hin sich dehnen
zum gleißenden Fluß, der schlangenhaft sich windet hin zur Mühle.

Es reift das Jahr, verzückt der Sinn, zu voller Glut
steigt auf das Taggestrin. In seinem Licht die Farben
prangen. Tosend die Sonnenkringel weiten sich zur Flut,
all' Welt und Himmel sprührn auf zu Feuergarben.
Mandorlen glühen auf der Welten weite Zinnen,
Heuet zaubert selbst aus einer Öd' des Gand
ein Fest des Lebens, frohgemut den Sinnen,
gebannt des Sterbens Düster, des Geistes Scheu vor allem Tand.

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