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Dienstag, 2. Juni 2015

Im Licht - Finsternis, Teil 11: über Daviid, Julia und Rebecca

Prolog:
"Bis in alle Ewigkeit", so heißt der Bestseller aus Finnland, der von der Liebe des Vampirs Lucian zu Alva erzählt.
"Wenn du ein Vampir wärst, so würde ich dich lieben." Diesen verhängnisvollen Satz spricht Julia zu Daviid.....

Auszug aus der Geschichte Daviids und Julias:
Es war, als sie das erste Mal zusammen in sein Lieblingslokal in der Alakyläntie gingen, dass Daviid plötzlich ein gewisses Interesse gegenüber seiner Person seitens des anderen Geschlechts feststellte. Bis dahin war er Luft für die Frauen gewesen, doch jetzt registrierte er, wie ihm scheue, wimpernbedeckte Blicke folgten. Lag es an seinen zum Teil erfolgreichen Bemühungen, sich zu ändern, oder lag es daran, dass er zum ersten Mal in weiblicher Begleitung erschien, was konkurrierende Gefühle anstachelte, rätselte Daviid, als er auf den Tisch zusteuerte, wo schon drei Freunde saßen. Wie immer führte Akseli die Gespräche mit Anekdoten und Witz und intellektuellem Geplauder, während Rebecca betont gelangweilt in ihr Smartphone tippte. Eigentlich war sie keine Studentin, zumindest nicht soweit Daviid wusste. Sie hatte eine Anstellung in einer internetbasierten Partnervermittlungsagentur. Was sie dort tat, wusste niemand so genau, allerdings redete sie ständig davon, dass sie BWL studieren wolle, sobald sie genug Geld verdient hätte. Wann das sein würde, war Daviid ein Rätsel, bei dem aufwendigen Lebensstil den sie führte mit einer nie enden wollenden Reihe an neuen Kleidchen, Taschen und an Schuhen bei denen sich die Größe der Absätze zu übertreffen suchten; nicht dass sie das nötig gehabt hätte, groß wie sie war. Am auffallendsten an ihr, fand Daviid, waren die schwarz gemusterten Strumpfhosen, die sie Sommers wie Winters unter eng anliegenden Röcken und Kleidern trug, mal durchscheinend, mal mit großen runden Mustern versehen, die einen Blick auf die Haut werfen ließen, mal mit glänzenden Fäden durchwirkt. Sie wusste, wie sie die männliche Aufmerksamkeit auf sich und ihren perfekten Körper zog und weiblichen Neid hervorrief, wobei sie gegenüber letzteren völlig indifferent war, ihn vielleicht sogar genoss, so glaubte Daviid. Er konnte es Paavo nicht verübeln, dass er seit er mit ihr zusammen war, sich immer weniger zeigte. Eines Tages war er mit ihr aufgekreuzt und seitdem nicht mehr von ihrer Seite gewichen, was seinem Chemiestudium nicht gerade gut tat. Auch Daviid hatte, nachdem er sie das erste Mal gesehen hatte, sich in der Situation wiedergefunden, dass er sie nicht mehr aus seinen Gedanken vertreiben konnte und dass er von Phantasien über sie und ihren nackten Körper verfolgt wurde.
Sie ist zu perfekt, um wahr zu sein, hatte er Paavo gestanden, irgendwie unnatürlich. Er hatte sich immer seltener mit seinem besten Freund getroffen, nur um sie und das Begehren, das sie weckte, zu vermeiden. Er hatte gewünscht, sie vergessen zu können. Doch jetzt mit Julia an seiner Seite ließ ihr erregender Körper ihn völlig kalt, mochten ihre Beine, in eine neue Art von glitzernden Stoff gehüllt, auch noch so aufreizend übereinander geschlagen sein.
Akseli war ein großer, dünner Mann mit dem Schatten eines Drei-Tage-Bartes auf seinem mageren Gesicht. Er musterte sein Gegenüber mit stechend blauen Augen, ehe er zu sprechen begann. Irgendetwas an ihm wirkte mysteriös und es machte, dass die Leute ihm zuhörten und selbst die extrovertiertesten Schwätzer zogen sich zurück und verfielen in Schweigen. Es war diese konzentrierte Gelassenheit hinter der sich Ausdauer und Härte verbarg, die Daviid wie magisch angezogen hatte seit dem ersten gemeinsamen Studientag. Irgendwann später war Paavo dazu gestoßen. In großen karierten Holzfällerhemden, einer ewig verwaschenen Jeans und einem schwarzen Bart wirkte er eher wie ein kräftiger, schweigsamer Bauarbeiter als wie ein Student. Man munkelte, er würde während des Sommers in seinem VW-Bus illegal auf den diversen Parkplätzen der Stadt wohnen, um sich die Miete zu sparen und Daviid hatte tatsächlich einmal beim Joggen sein Auto an einer abgelegenen Stelle am Waldrand entdeckt, aber Paavo verzichtete auf jeglichen Kommentar bezüglich dieser Spekulationen und Daviid war zu klug, als ihn weiter darauf anzusprechen.
Daviid wusste, dass Paavo das Jedermanns Recht nutzte, um im Sommer die begehrten Preiselbeeren zu sammeln und zu verkaufen – eimerweise – und sich so einen Teil seines Studiums finanzierte. „Typisch Paavo“, hatte Daviid gedacht, als er davon hörte. Paavo behauptete, er sei rumänischer Abstammung, weil sein Vater vor langer Zeit ein illegaler Einwanderer gewesen war.
„Ihr seid viel zu jung, um etwas von diesen Dingen zu verstehen“, hörte Daviid ihn zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten sagen. Paavo hatte zuvor Medizin studiert, aber dann seien ihm die ganzen Angeber und braven Muttersöhnchen auf den Geist gegangen, sagte er, und er ist zur Chemie gewechselt.
Aber vielleicht war es auch, dachte Daviid, weil er eine Medizinstudentin geschwängert hatte, die dann von ihm nichts mehr wissen wollte und mit ihrem Baby zu ihren Eltern gezogen war. Paavo sprach nicht gerne darüber. Daviid wusste nur so viel, dass seine Tochter in der Zwischenzeit zwei Jahre alt war und Sofia hieß.

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