Literaturblog  
 
 
Schreiben Sie Ihren eigenen Fortsetzungsroman/ Kurzgeschichten!
Autor werden!
Nutzen Sie Ihre Einträge, um eine breite Leserschaft zu gewinnen!
Home
Über uns
Bücherecke
Die Idee
Für Autoren
 
Samstag, 11. April 2015

Im Licht - Finsternis: Tagebuch des Vampires

Was würdest du für die Frau deines Herzens tun?
Wie erobere ich die Frau meiner Liebe?
(ein Fortsetzungsroman -im Buchhandel erhältlich)

Prolog 18. April 1893
Dies sind meine Worte.
Ich bin Lucian Anselm Magnusson.
Ich bin 1,80 m groß.
Ich bin 80 kg schwer.
Ich bin 23 Jahre alt.
Und ich bin ein Vampir.

Quelle: Das Grauen.jpg

  1. Februar 1893
    An einem Abend Ende Februar in der dicht bewaldeten Landschaft nahe Oulu bewegt sich eine Gruppe von jungen Frauen den schneebedeckten Weg zu einer kleinen Ortschaft hinunter. Schon von Ferne ist ihr aufgeregtes Geplauder und Gelächter zu hören. Hin und wieder hält eine an, um das verrutschte Schultertuch zurechtzurücken und das Band der Mütze fester zu ziehen, so dass die Ohrenklappen wieder richtig sitzen. Der stille Beobachter, hinter einer Gruppe Kiefern verborgen, kann in dem vagen Dämmerlicht die feinen Konturen einer jungen Schönheit erkennen. Sie läuft ein paar Schritte hinter ihren Kameradinnen, als würde sie nicht so recht dazugehören. Ihr Gesicht liegt im Schatten, dennoch meint der Beobachter tiefdunkle Augen, umrahmt von langen Wimpern, erkennen zu können. Durch ihre etwas feinere Statur im Vergleich zu den anderen jungen Frauen, mit denen sie unterwegs ist, und durch das schmale Gesicht, das mit ruhigem, forschendem Blick sein Umfeld betrachtet, ist sie auffallend schön.
    Es ist Alva Paltto, die mit den anderen Landmädchen unterwegs zur Holzfällersiedlung ist, wo in einer Scheune zum Tanz aufgespielt werden soll. Es ist ein seltenes Vergnügen in der ländlichen Einsamkeit, und so sammelt sich das junge Volk in Grüppchen dem Festplatz zuströmend. Die untergegangene Sonne verwandelt den Himmel in ein tiefes Ultramarinblau, und die Gruppe der jungen Frauen eilt den Lichtern zu, die sie noch zu erreichen suchen, ehe es vollends dunkel wird. Je näher sie der kleinen Ortschaft kommen, desto lustiger werden die Gespräche der Frauen. Eine jede hat ihre eigenen Träume oder Hoffnungen, und mögen diese auch noch so fern sein, sie nähren sie doch voller Zuversicht, und so sind alle fröhlicher und ausgelassener Stimmung.
    Alva ist die Älteste von vier Geschwistern und sie wäre mit Sicherheit daheim geblieben, um ihrer Mutter mit der nie enden wollenden Hausarbeit zu helfen und ihr bei der Versorgung der jüngeren Geschwister zur Hand zu gehen, doch ihre Mutter hatte darauf gedrungen, dass sie an dem Vergnügen teilnimmt. So sehr ihre Mutter auch immer froh über die Hilfe ihrer Ältesten war, so wünschte sie ihr doch von ganzem Herzen, die kleinen Freuden des Lebens genießen zu können. Und so kam es, dass sie Alva geholfen hatte, ihr bestes Kleid anzuziehen und ihr ein blaues Band ins blonde Haar zu flechten. Alva kann fließend finnisch sprechen, obgleich im Elternhause ausschließlich samisch gesprochen wird.
    Sie hat einen kleinen Mund, der ihr einen Ausdruck gibt, als würde sie jederzeit flirten. Sie wirkt zart und unschuldig, dennoch sind die energischen Züge in der Mundpartie und ihre stolze Kopfhaltung unübersehbar.
    Alva summt vor sich hin und verfällt zusehends in einen tänzelnden Schritt hinter ihren Freundinnen her, geschickt die Unebenheiten des verschneiten, mit Harsch überzogenen Pfades ausgleichend. Abrupt wirbelt sie plötzlich mit drehenden Röcken herum, stoppt und blickt wachsam den Waldsaum entlang. Der Beobachter drückt sich tief in das Baumdunkel. „Hatte sie etwas erahnt? Sah sie sein bleiches Gesicht unter den Bäumen?“
    „Wie ein witterndes Wild“, schießt es ihm durch den Kopf – und er fühlt mit Unbehagen so etwas wie einen Jagdinstinkt in sich aufkeimen.
    So schnell wie sie sich gedreht und gestoppt hat, ist sie wieder im Tanzschritt mit eiligen, kraftvollen Schritten hinter den schon weiter vorne gehenden Mädchen her, die sich lachend, halb zu ihr umdrehend nun auch ihrerseits zu einer imaginären Musik zu wiegen und zu drehen beginnen.
    Alva und ihre Freundinnen verschwinden in der Scheune am Ortsrand, aus der die Klänge von Trommeln und Fadnos und der flackernde Schein mehrerer Lampen dringen, als die Tür geöffnet wird, um die neuen Gäste einzulassen. Hätte jemand einen Blick zurück auf die Felder geworfen, so hätte er gesehen, wie sich der stille Beobachter aus der dunklen Baumgruppe löst und mit leichtfüßiger Schnelligkeit der Scheune zueilt, um vor der Tür kurz zu zögern, ehe er sie hastig öffnet, als wollte er sich selbst davon überzeugen, dass dies richtig sei, bevor er den Mut verlor und eintrat.
    In der Zwischenzeit ist es vollends dunkel geworden und nur der Schnee erhellt die düstere Nacht. In dem kurzen Augenblick, als das Hell der geöffneten Tür auf ihn scheint, ehe er in der Scheune verschwindet, sind die edlen, fast wie in Stein gemeißelten Gesichtszüge des Besuchers zu erkennen. Er ist groß, so groß, dass er die üblichen Landbewohner um eine Haupteslänge überragt. Was ihn aber vor allem von diesen unterscheidet, ist die elegante, städtische Kleidung, bestehend aus einem langen, schwarzen Mantel und einem schmal geränderten Hut. Es liegt ein aufmerksamer Ausdruck auf seinem Gesicht, der ahnen lässt, dass er es gewohnt ist, seinen Willen zielstrebig zu verfolgen und durchzusetzen.
    Sein Eintreten wird von den Anwesenden vage zur Kenntnis genommen, doch ist dort niemand, der seinen Tanz unterbrochen hätte, um ihn zu begrüßen. Er ist ein Fremder.
    Er wendet sich schließlich, sobald eine Pause im Tanz eintritt, an die ihm am nächsten stehende Person, einen jungen Mann aus der Siedlung, und erkundigt sich nach der Bedeutung dieses Festes.
    „Dalvi-Fest“, ist die Antwort. „Es findet jedes Jahr um diese Zeit statt. Es stammt noch aus der Zeit, als die Samen jährlich zum Wintermarkt zogen. Am letzten Markttag wurde dann ein Tanz veranstaltet. Zum Markt zieht niemand mehr, aber das Fest ist geblieben.“
    „Sie sind wohl nicht von hier, dass sie es nicht kennen?“
    „Ich war lange nicht mehr hier“, ist die ausweichende Antwort.
    „Ich studiere Medizin in Helsinki.“
    Es klingt fast, als müsste er sich dafür entschuldigen.
    „Nun dann, nimm teil an unserem bescheidenen Vergnügen.“
    Diese Einladung nimmt der Besucher gerne an und er fordert die ihm am nächsten stehende Frau zum Tanz auf.
    All dies wird mit Neugierde und Misstrauen beobachtet, so wie es auf dem Lande üblich ist, da nicht oft neue Gesichter zu sehen sind, schon gar nicht so ein fein geschnittenes und edles. So ist es nicht verwunderlich, dass die junge Frau die Aufforderung des Fremden zum Tanz als Kompliment empfindet.
    Er tanzt danach noch mit diesem und jenem Landmädchen, bis er schließlich zu Alva kommt. Um die Wahrheit zu sagen, war sie es, um derentwillen er überhaupt zum Tanz erschienen war, anstatt auf direktem Weg zu seinem Elternhaus zu gehen, so wie er es ursprünglich vorgehabt hatte.
    Sie sah so unschuldig und zart in ihrer weißen Kleidung aus, als sie ihren Kameradinnen fröhlich durch den Schnee folgte, und er wollte unbedingt, von einer inneren, ihm unbegreiflichen Macht getrieben, ihren Namen erfahren. Ein viel zu persönlicher, anteilnehmender und gefährlicher Wunsch für einen Jäger wie ihn.
    Dieser Fremde, das bin ich – Lucian Anselm Magnusson. Und ich bin ein Vampir. Und das ist meine Geschichte.
    Die Welt eines Vampirs ist hart und erbarmungslos. Was zählt ist Kraft und Schnelligkeit.

Wenn Sie mehr von Alva und Lucian erfahren wollen:
Buch kaufen
www.amazon.de

Weiter Auszüge aus dem Roman gibt es natürlich weiterhin auf
hier

Rezensionen
Über Autor TNP

Sie sind nicht angemeldet
Home
Über uns
Bücherecke
Impressum
Datenschutz
FAQ
Nutzungsbedingungen
Kontakt
Sitemap